– Browser-Plug-in zeigt, wer Sie beim Surfen verfolgt

Mozilla hat ein Tool veröffentlicht, welches dokumentiert, welche Firmen mitlesen tun, wenn man im Internet rumsurft. Wie funktioniert das Tracking und wie kann man es verhindern?

Haben Sie im Hintergrund Facebook offen?  Oder eine Google-Suche am Laufen? Dann werden Sie verfolgt – genau jetzt! Denn: Überall im Netz hinterlassen wir stückchenweise viele persönliche Daten. Unser Surfverhalten wird mit den sogenannten Cookies, die von Webseiten auf dem eigenen Rechner gespeichert werden, nachvollzogen.

Welche Seiten wir besuchen, welche Links wir verfolgen, was wir genau suchen oder liken; unser digitaler Fussabdruck ist für gewisse Firmen sehr wertvoll – und ein grosses Geschäft. Er wird genutzt für zielgerichtete Werbung, Marktforschung oder für politische Kampagnen.

 

Lightbeam dreht den Spiess um

Jedes Mal, wenn eine Homepage besucht wird, wird eine grosse Flut an Daten, oft ohne Wissen & Zustimmung, über das Internet gesendet, auch an Dritte. Doch wer verfolgt uns eigentlich? Und wie läuft das genau ab? Auf den 1. Blick ist kaum zu erfassen, wie das funktioniert. Zu umfassend und zu undurchsichtig ist das Tracking im Internet.

Das gratis Plug-in Lightbeam für den Browser von Mozilla Firefox soll nun etwas Licht ins Dunkel bringen und den Spiess umdrehen. Mit dem Plug-in lassen sich die Stalker bis zu einem gewissen Grad selbst verfolgen.

«Sie haben Daten an 135 Dritte gesendet»

Nach der Installation der Erweiterung findet man in der rechten unteren Ecke des Browsers einen Knopf, der zur Lightbeam-Ansicht führt. Dort stehen 3 verschiedene Ansichten zur Verfügung. Graph, Clock und List. Das Tool bereitet grafisch auf, wer Ihre Klicks im Internet verfolgt und kann dies für jede Webseite getrennt ausweisen. In unserem Test wurde schnell klar, dass gewisse Webseiten teils sehr spendabel mit den gesammelten Daten umgehen. Bereits nach nur wenigen Minuten wurden Daten an mehrere Dutzend Firmen übermittelt: «Sie haben 13 Seiten besucht und Daten an 135 Dritte gesendet», heisst es.

Grafisch dargestellt wird die eigene Aktivität im Internet als feinmaschiges Netz. Die runden Punkte signalisieren besuchte Webseiten. Dreieckige Symbole kennzeichnen Seiten von Drittanbietern, die mitlesen. Wer auf die einzelnen Symbole klickt, bekommt weitere Informationen zu den Trackern und erfährt etwa, wo deren Server stehen.

 

Ziel ist weltweite Datenbank

Mit der Clock-Ansicht verschafft man sich bei Lightbeam einen schnellen Überblick über den aktuellen Tag und in der 3. Ansicht werden die Verbindungen unterhalb der Webseiten als Liste dargestellt.

Doch wie verhindert man, dass man im Internet auf Schritt und Tritt verfolgt wird? Die meisten Browser haben mittlerweile eine Funktion eingebaut, die privates Surfen zulässt. Bei Mozillas Firefox heisst das Feature «Privater Modus», bei Chrome «Inkognito Modus» und im Internet Explorer «Private Modus». Diese Funktionen erlauben es den Nutzern zu surfen, ohne dass dabei Daten, etwa über besuchte Webseiten, lokal gespeichert werden.

 

Diese Modi machen Sie aber nicht etwa anonym! Internetdienstanbieter, Betreiber der besuchten Webseiten oder Arbeitgeber können immer noch nachvollziehen, welche Seiten von Ihnen angeklickt wurden. Ein weiterer Weg wäre es, die Cookies, die Informationen über Seiteneinstellungen und Anmeldeinformationen enthalten, zu deaktivieren. Das lässt sich über die Browser-Einstellungen regulieren.

 

Verfolge mich nicht

Zusätzlichen Schutz bieten auch diverse Erweiterungen für den Browser. Zu den bekanntesten zählt das Plug-in DoNotTrackMe (für Firefox und Chrome). Damit kann man personalisierter Werbung den Kampf ansagen. Die kostenlose Erweiterung blockiert Cookies schon, bevor diese überhaupt auf den eigenen Rechner gelangen.

Für mehr Privatsphäre im Netz sorgen auch alternative Suchmaschinen. Wer etwa wissen will, was der Suchmaschinenriese Google über einen weiss, kann dies in den Anzeigeeinstellungen von Google nachvollziehen. Ein Gmail-Konto braucht es dafür nicht. Gleich mehrere Suchanbieter haben den Datenschutz als ihr oberstes Ziel definiert. Dienste wie Duckduckgo.com oder Startpage.com speichert keine IP-Adressen und loggt keine Daten mit. Auch auf Cookies verzichten die alternativen Suchanbieter grösstenteils.

 

http://www.20min.ch/digital/news/story/Browser-Plug-in-zeigt–wer-Sie-beim-Surfen-verfolgt-23765013