– Erpressung: Bund empfiehlt die Webcam abzukleben!

Im Internet versuchen Kriminelle immer häufiger, Daten zu rauben und damit ihre Opfer zu erpressen. Vor allem warnt der Bund vor Webcam-Hackern.

Seit 10 Jahren beobachtet die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) die Bedrohungen im Cyberspace und berichtet darüber. Besonders stark zugenommen hat in den letzten Jahren die Erpressung, schreibt sie in ihrem aktuellen, am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Dabei werden zum sensible Daten – etwa Nacktfotos – gestohlen. Falls das Opfer das verlangte Geld nicht überweist, werden die Daten publik gemacht. Zum andern wird Schadsoftware eingesetzt, um den PC des Opfers zu blockieren oder Daten darauf zu verschlüsseln.

 

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Im vergangenen November hatte ein Fall von tausenden gehackten Webcams Schlagzeilen gemacht. (Bild: Keystone/AP/Peter Zschunke)

 

 

 

 

 

Viele Betroffene bezahlen

Solche Trojaner erwiesen sich als «unerschöpfliche Geldquelle» für die Erpresser, schreibt MELANI. Experten gingen davon aus, dass der Trend anhalten werde. Offenbar ist die Bereitschaft der Opfer gross, die geforderte Summe zu bezahlen, um wieder auf ihre Daten oder den Rechner zugreifen zu können.

Gemäss einer im Bericht zitierten Studie waren 40 Prozent der Opfer der Schadsoftware «Cryptolocker» bereit, ein Lösegeld zu zahlen. Für die Kriminellen zählt in diesem Fall nicht der (Verkaufs)wert der Daten. Vielmehr zählt der Wert, den die Daten für das Opfer haben. Deshalb sei es gefährlich, den Schutz vermeintlich wertloser persönlicher Daten zu vernachlässigen, hält MELANI fest. Sobald Daten einen Wert für einen Nutzer hätten, seien sie auch wertvoll für potenzielle Erpresser.

 

Vorsicht bei Benutzung von öffentlichem WLAN

MELANI warnt auch vor öffentlichen WLANs. Bei deren Verwendung sollte immer «eine gesunde Portion Vorsicht mitsurfen», empfiehlt die Meldestelle. So dürfe während dem Einwahlversuch ins Funknetzwerk nicht akzeptiert werden, dass Programme installiert würden.

 

webcam erpressung betrug pc support2Webcams unbedingt mit Klebeband abdecken

Nutzern von Webcams empfiehlt MELANI, diese bei Nichtgebrauch durch ein Klebeband oder eine spezielle Vorrichtung abzudecken. Im vergangenen November hatte ein Fall von tausenden gehackten Webcams Schlagzeilen gemacht. Darunter befanden sich laut MELANI auch 141 Webcams aus der Schweiz.

Neben eher unspektakulären Ansichten auf Garagen fanden sich unter den Aufnahmen auch solche von Kleinkind-Überwachungskameras. Die Bilder waren über eine russische Webseite zu sehen. Das Hacking war möglich, weil die Benutzer vergessen hatten, die vor eingestellten Passwörter zu ändern.

 

Quelle/ganzer Artikel: 20min.ch