– Facebook hat heimlich eine heikle Funktion aktiviert: die automatische Gesichtserkennung!

Im grössten sozialen Netzwerk wird jedes Foto nun automatisch gescannt. Wer nicht von «Freunden» markiert werden will, muss die entsprechende selber Funktion deaktivieren.

Klammheimlich hat Facebook eine heikle Funktion aktiviert: die automatische Gesichtserkennung. Facebook selbst nennt sie harmlos «Fotos: Markierungen vorschlagen» – allerdings dürfte sie den meisten Nutzern unangenehm sein – wer will schon vom System automatisch auf allen Bildern markiert werden, die von Freunden ins soziale Netzwerk hochgeladen wurden?

Die Funktion war bereits im Dezember 2010 für Nutzer in den USA eingeführt worden. Nun sind auch alle anderen Facebook-Länder davon betroffen – insgesamt an die 700 Millionen Nutzer. Die Sophos-Sicherheitsexperten finden kritische Worte in ihrem Firmen-Blog «Naked Security».

Schon im Frühjahr hatten sie Facebook einen offenen Brief geschrieben. Darin forderten die Sicherheitsexperten, dass die Privatsphäre der Nutzer besser geschützt werden müsse. Das Veröffentlichen von persönlichen Informationen im sozialen Netzwerk dürfe nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Betroffenen erfolgen!

 

Es droht Missbrauch

Wie das aktuelle Beispiel zeigt, ist Facebook alles andere als einsichtig! Wer die Funktion nicht von eigener Hand deaktiviert hat, dessen Gesicht wird automatisch erkannt und kann auf den Bildern markiert!

Natürlich ist die automatische Gesichtserkennung nützlich, wenn man die Bedenken bezüglich Datenschutz und drohendem Missbrauch beiseite schiebt.

 

Gefahren lauern

Wird jemand erkannt, schlägt das System vor, das Gesicht zu markieren. Das heisst, das Bild wird mit dem entsprechenden Namen und Profil verknüpft. Immerhin: Facebook hat mehrfach verlauten lassen, dass sich nur Freunde gegenseitig auf Fotos «taggen» können. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass dadurch hochsensible Informationen gespeichert werden.

Angesichts der immer wieder vorkommenden Hacker-Angriffe sind die Nutzerdaten alles andere als sicher. Zum Problem könnte die Verknüpfung von Bild und Namen auch ausserhalb von Facebook werden! Schon heute existiert Software, um in den Weiten des Webs gezielt und vollautomatisch nach einem einzelnen Gesicht zu suchen. Solche Programme scannen automatisch alle gefundenen Bild-Dateien und prüfen sie auf die gesuchten biometrischen Daten.

 

Funktion deaktivieren

Die automatische Gesichtserkennung kann in den Privatsphäre-Einstellungen im Facebook-Profil deaktiviert werden. Sie findet sich im Bereich «Inhalte auf Facebook teilen» und heisst «Freunden Fotos von mir vorschlagen». Im Popup-Menü kann die Funktion gesperrt werden (siehe Bild).

Wer auf einem Foto eines Freundes markiert wird, erhält laut Facebook jeweils eine Nachricht. Stört man sich an der Markierung, kann man sie löschen und damit angeblich rückgängig machen. Achtung: Dass die Daten-Verknüpfung trotzdem irgendwo im allmächtigen Facebook-Gedächtnis gespeichert bleibt, muss fast angenommen werden.

 

Bericht auf www.20min.ch