– Schutz vor teuren Handy-Abo-Fallen

Ein kurzer Vertipper, ein versehentliches Abonnieren eines SMS-Dienstes – und schon ist es leider passiert. So schützen Sie sich vor Missbrauch und sehr teuren Rechnungen: Bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) gehen in letzter Zeit relativ viele Meldungen zu Handy-Abo-Fallen ein. Laut der SKS treten diese Fälle auf Erotikseiten, aber auch bei angeblichen Gratisangeboten wie Horoskopen und Intelligenztests auf. Das Niveau sei in etwa konstant zum Vorjahr, meinte André Bähler von der SKS auf Anfrage.

 

Zwei Arten von Handy-Abos

Versehentlich ausgelöste Abos, meist durch Vertippen, erkennt der Kunde spätestens auf der Handy-Abrechnung. Ausgelöst werden Handy-Abos entweder durch Abonnieren eines kostenpflichtigen SMS-Dienstes wie z.B. eines täglichen Horoskops oder oder durch ein anderes Abo, z.B. für zusätzlichen Content einer Webseite wie Songtexte oder Sexinhalte. Letzterer Version ist in aller Regel eine Payment-Plattform des Providers dazwischen geschaltet, über welche das Angebot durch Tippen auf den «Kaufen»-Button bestätigt werden muss.

 

Präventionstipps

Aus den uns bekannten Fällen, die beim Konsumentenschutz eintreffen, kann man drei allgemeine Ratschläge ableiten:

  • Grundsätzlich, das tönt nun zunächst trivial, sollte der Anwender besondere Vorsicht walten lassen bei Buttons wie «Kaufen», «Loslegen», «Bestätigen», «OK» oder ähnlich.
  • Ganz allgemein sollte man beim Surfen im Internet nie und erst recht nicht bei Gratisangeboten Adressdaten und Handy-Nummern eingeben. Respektive nur, wenn der Anbieter vertrauenswürdig und eine kostenpflichtige Bestellung bewusst geplant ist. Dazu hilft im Zweifelsfalle eine kurze Suchanfrage im Internet.
  • Ausserdem sollte man keine Links in SMS antippen, die man nicht von vertrauenswürdigen Absendern erhalten hat.

 

Was, wenn es schon passiert ist?

Hat der Anwender versehentlich ein Abo ausgelöst, gilt es zu unterscheiden, ob man die Rechnung direkt von der Firma bekommt oder nicht. Versucht ein Inkassobüro wie die Obligo per Brief Forderungen einzutreiben, rät der Konsumentenschutz zu einem eingeschriebenen Brief mit dem Text: Es besteht kein rechtsgültiger Vertrag. Ihre Forderung entbehrt jeglicher Rechtsgrundlage. Die Anmeldung erfolgte aufgrund von absichtlicher Täuschung. Auf allfällige weitere Korrespondenz von Ihnen werde ich nicht mehr eingehen. Handelt es sich um einen kostenpflichtigen SMS-Dienst, meldet man sich in der Regel mit einer SMS mit Inhalt «STOP» vom Absender ab. Wer die Nummer des Anbieters nicht kennt, kann sie bei seinem Provider nachfragen.

 

handy abo falleVorsicht bei SMS, deren Absender man nicht kennt!!

Falls auf der Handy-Rechnung Posten von unerwünschten, kostenpflichtigen Zustellungen aufgeführt sind, rät der Konsumentenschutz, den betreffenden Betrag direkt beim Handy-Provider schriftlich (und eingeschrieben) anzufechten. Wir empfehlen einen Text wie: Die aufgeführten kostenpflichtigen Dienste wurden nie auf meine Zustimmung abonniert. Somit fechte ich den Betrag XX an und werde diese Differenz von der Rechnung in Abzug bringen. Den Restbetrag von Fr. XX anerkenne ich voll und ganz und werde diesen termingerecht überweisen. 

 

Quelle: PCTipp